Fjolla von myRapunzel
7 Fragen an ... Wie entstand die Idee zu myRapunzel?

Vor drei oder vier Jahren hatte ich selbst eine extreme Kopfhautentzündung und habe einen riesengroßen Teil meiner Haare verloren. Während der Behandlung wurden viele Tests gemacht, aber am Ende kam raus, dass ich den Haarausfall von Chemikalien in herkömmlichen Haarpflegeprodukten hatte. Das hat mich wachgerüttelt. Wenn ich davon Haare verliere, was muss da drin stecken?

Dann habe ich angefangen mich zu informieren, aber es war total schwierig ein Produkt zu finden, was wirklich rein und modern ist – wohin ich nicht in die Apotheke gehen musste, denn da habe ich mich immer krank gefühlt. Nach einem Jahr bin ich dann auf die Idee gekommen, eine eigene Marke zu kreieren, die all das bieten kann.

7 Fragen an ... Was war deine größte Angst?

Meine allergrößte Angst war keinen Erfolg zu haben. Man beschäftigt sich extrem lange mit seiner Idee und baut eine richtige Beziehung auf – das klingt vielleicht blöd, aber das ist wirklich so. Man entwickelt so eine Leidenschaft! Ich habe nur gedacht: Oh wow, ich will das jetzt machen, weil das wirklich toll ist! Und dann habe ich die Produkte zum ersten Mal benutzt und war so begeistert. Ich stehe zu hundert Prozent dafür und meine Angst war, dass es einfach nicht klappt und die Kund*innen es nicht annehmen, oder nicht sehen, was dahinter steckt.

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7 Fragen an ... Wie funktioniert dein Marketing mit Influencer*innen

Ich bin persönlich erst Mal skeptisch, was Influencer*innen angeht, aber es gibt auch welche, die vertrauenswürdig sind. Danach wählen wir Influencer*innen aus. Wir haben eine wertvolle Marke und wenn jemand vorher Werbung für Chemiemarken macht und dann für uns, ist das nicht glaubenswürdig. Wir wählen Influencer*innen, die selber nur Naturprodukte nutzen, und da merkt man, so wie wir hinter unserer Marke stehen, stehen sie auch hinter ihren Werten. Einfach nur bezahlen und "sag etwas Gutes über uns", das finde ich nicht okay. Das ist für mich Verbrauchertäuschung. Leute sollen empfohlen bekommen, was die Influencerin gut findet und nicht wofür sie bezahlt wird. Influencer*innen sollen deshalb nur über unser Produkte posten, wenn sie ihnen wirklich gefallen.

7 Fragen an ... Wie entwickelst du neue Produkte?

Ich überlege mir ganz genau, welche Inhaltsstoffe ich in den neuen Produkten haben möchte: Welche Stoffe braucht das Haar und die Kopfhaut, welche Stoffe kann das Haar nicht reproduzieren, welche neuen 100% natürlichen Inhaltsstoffe gibt es auf dem Markt. Anschließend erstellen wir eine erste Probe aus dieser Ansammlung und testen sie im Team und im Freundeskreis. Wenn wir alle mit dem neuen Produkt zufrieden sind, produzieren wir dieses dann für die Kund*innen.

Mein nächstes Ziel ist die Produktpalette zu erweitern und auf einzelne Haartypen einzugehen. Ich will allerdings nicht zu viel im Voraus planen, sondern lieber Feedback der Kund*innen einholen. Vielleicht denke ich: "Die Kund*innen brauchen ein Haarwachs", aber sie sagen, dass sie lieber etwas ganz anderes wollen. Ich will entwickeln, was Kund*innen brauchen. Wenn alle das gleiche wollen und anfragen, dann weiß ich, der Bedarf ist da und dann wird das zuerst entwickelt.

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7 Fragen an ... Gibt es einen Unterschied zwischen Gründer und Gründerin?

Ja. Männer sind da manchmal rationaler. Wenn sie eine schlechte Erfahrung machen, dann heißt es sehr schnell: Schwamm drüber. Aber Frauen brauchen da manchmal länger. Dafür haben wir oft mehr Feingefühl in Hinblick auf die Kund*innen. Wir antworten viel mit Empathie.

7 Fragen an ... Die größte Chance am eigenen Unternehmen?

Ein eigenes Unternehmen gibt dir sehr viel Flexibilität, denn du kannst alles selbst entscheiden - aber was ich am wichtigsten finde: Du hast die Möglichkeit, dich zu beweisen. Das, was du kannst, kannst du auch wirklich zeigen.

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7 Fragen an ... Was ist die wichtigste Kompetenz fürs Gründen?

Die wichtigste Kompetenz, die du haben musst, ist keine Angst zu haben. Wenn du keine Angst davor hast zu gründen, kriegst du immer alles hin. Es gibt immer Mittel und Wege, wie du etwas umsetzt. Es gibt immer jemanden, der dir hilft. Du darfst nur keine Angst haben. Die stoppt einen – alles andere kannst du dir aneignen. Das ist, was du lernst, wenn du gründest. Es gibt Situationen, wo ich denke: "Okay ich schaffe es nicht mehr. Jetzt schaffe ich es wirklich nicht mehr" – aber irgendwie schaffst du immer alles!

Das Unternehmen.

Ende 2016 hat Fjolla Myftari ihr Unternehmen myRapunzel gegründet. myRapunzel ist ein Onlineshop für natürliche Haarpflegeprodukte, die zu 100% aus reinen, natürlichen Inhaltsstoffen hergestellt werden. Inzwischen hat Fjolla 5 Mitarbeiter*innen, 6 Produkte, ihr Büro im gig7 und ein extra Lager.

Das Team.

Gründerin Fjolla mit ihren Mitarbeiterinnen Marleen und Sophie.

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Lieblingsshampoozutat?

Arganöl!

Gründungstipp

Du schaffst das. Irgendwie schaffst du das. Du weißt noch nicht wie, aber irgendwie geht es immer und du wirst herausfinden wie.

Die beste Pausenaktivität?

Netflix.

Tipps für den Markenaufbau.

Die Herausforderung am Anfang ist herauszufinden, was die Mehrheit von Frauen überhaupt möchte. Ich habe Freundinnen gefragt und in Naturkosmetik-Gruppen Beiträge durchgelesen, habe geschaut, was Influencer teilen, oder was große Marken machen und wie das Feedback darauf ist, um eine Antwort darauf zu finden.

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#gig7stories

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Motivation

Meine Inspiration sind meine Produkte. Ich bin so stolz darauf und ich bin wirklich zu hundert Prozent von myRapunzel überzeugt und diese Leidenschaft hat mich so oft motiviert. Manchmal weiß ich nicht mehr weiter und dann sehe ich unsere Flasche da stehen und denke: Wow, das hast du aber auch geschafft.

7 Fragen an ...
Warum braucht es das gig7?

In einem Zentrum wie im gig7 hat man immer eine Ansprechpartnerin. Am Anfang wusste ich einfach viele Sachen noch nicht. Es ist eine Unterstützung zu wissen, egal was ist, man kann jemanden fragen.

Gründung in 3 Worten?

Hart, aber machbar.

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Karriere für mich...

Karriere bedeutet für mich, wenn jemand genau das macht, wovon sie träumt.